
Einsamkeit ist eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung mit erheblichen Folgen für die Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen. Die Stadt Gladbeck reagiert darauf mit einem breiten Netzwerk aus präventiven und unterstützenden Angeboten. Dazu gehören unter anderem soziale Treffpunkte, generationsübergreifende Projekte wie die Taschengeldbörse, Bewegungsangebote sowie gezielte digitale Schulungen für Seniorinnen und Senioren. „Wir achten darauf, dass alle Angebote zu erschwinglichen Preisen oder komplett kostenlos zugänglich sind“, erklärt Sozialdezernent Ralph Kalveram. „Denn Armut ist ein wesentlicher Faktor, der zu fehlender Teilhabe und damit Einsamkeit führen kann.“
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem erfolgreichen Projekt „Miteinander – Füreinander“, das in Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst durchgeführt wurde. Ehrenamtliche besuchten dabei ältere Menschen zu Hause, um individuelle Bedürfnisse zu erkennen und sie gezielt auf Unterstützungsangebote hinzuweisen. Im Sommer 2024 wurden Rahmen des Projekts rund 4.600 alleinlebende Seniorinnen und Senioren im Alter von 70 bis 90 Jahren durch ein persönliches Anschreiben der Bürgermeisterin Bettina Weist direkt erreicht. „Die Resonanz war deutlich: Die Nachfrage nach Angeboten wie dem Besuchsdienst, Gruppenaktivitäten und Informationsveranstaltungen ist seitdem erheblich gestiegen“, sagt Marcel Hädrich, Leiter des Amts für Soziales und Wohnen. „Die Aktion hat sich damit als wirksames Instrument erwiesen, um bislang schwer erreichbare Seniorinnen und Senioren, insbesondere solche, die von Einsamkeit oder Isolation betroffen sind, gezielt anzusprechen und ihnen den Zugang zu Beratung, Gemeinschaft und Unterstützung zu erleichtern.“
Im Kampf gegen Einsamkeit im Alter setzt die Stadt auf die Zusammenarbeit mit lokalen Trägern, Wohlfahrtsverbänden und dem Engagement der Bürger:innen. „Der Seniorenbeirat, der Behindertenbeirat, die Volkshochschule, AWO, Caritas, das DRK und viele weitere Akteure leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung eines vielfältigen Angebots für ältere Menschen in Gladbeck“, so Ralph Kalveram.
Mithilfe der App „Gut versorgt in Gladbeck“, des regelmäßig aktualisierten Seniorenwegweisers und der SeniOhr-Zeitung des Seniorenbeirats werden Informationen, Termine und Angebote zielgerichtet verbreitet, wodurch die Teilhabe erleichtert wird. Die Stadt Gladbeck verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, in den auch alternative Wohnformen, ambulante Betreuung und Mobilitätshilfen eingebunden sind.
„Trotz großer Fortschritte müssen wir als Stadtverwaltung auch die Grenzen kommunaler Maßnahmen anerkennen“, gibt Marcel Hädrich zu bedenken. „Nicht jede Einsamkeit lässt sich lindern – wichtig ist, die Selbstbestimmung der Betroffenen zu respektieren, während zugleich Angebote sichtbar und zugänglich gemacht werden.“
Bürgermeisterin Bettina Weist ergänzt: „Wir wollen älteren Menschen in Gladbeck ein würdevolles, aktives und eingebundenes Leben ermöglichen.“
Dieses Projekt ist Teil der Zukunftsstrategie Gladbeck 2035
Für die Zukunftsstrategie „Gladbeck 2035“ sind auch Themen der Verwaltung relevant. Derzeit entwickelt die Verwaltung mit Beteiligung der Bürgerschaft, Politik und Wirtschaft ein gemeinsames Leitbild. Parallel dazu hat die Stadt sich Ziele gesetzt und einen Maßnahmenkatalog erstellt, der dazu dient, die vorhandenen Stärken zu nutzen, um die Stadt zukunftsfähig aufzustellen und die Stadtverwaltung zu modernisieren. Die Ziele sind weniger Bürokratisierung, mehr Nähe zu Bürger:innen sowie eine effektivere und effizientere Verwaltung. Dies soll dazu beitragen, die Stadt Gladbeck als lebens- und liebenswerte Stadt nachhaltig zu stärken.