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Impfkampagne: Ausbildung für Impflotsen gestartet
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Einleitung
Um Gladbecker mit und ohne Migrationshintergrund für die anstehenden Corona-Impfungen erreichen zu können, hat die Stadt Gladbeck in dieser Woche gemeinsam mit der Gladbecker Ärztin Zuhal Kundakçi eine Schulung für Impflotsen in der Mathias-Jakobs-Stadthalle organisiert.
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Die etwa 20 Impflotsinnen und -lotsen sollen im Rahmen der städtischen Impfkampagne in ihrem privaten und beruflichen Umfeld auch mehrsprachig für die Teilnahme an der Impfung gegen COVID-19 werben und darüber informieren. 

„Auch wenn zurzeit noch nicht genug Impfstoff für alle vorhanden ist und im Juni in den Impfzentren nur Zweitimpfungen erfolgen, möchten wir mit unserer mehrsprachigen Impfkampagne informieren und jeden vorbereiten, der eine Impfung möchte. Durch den Einsatz der Impflotsen können wir Bürgerinnen und Bürger aufklären, Vorurteile gemeinsam überwinden und Ängste vor einer Impfung nehmen“, sagte Bürgermeisterin Bettina Weist in ihrer Begrüßung. 

Die Impflotsen wurden in einer rund anderthalbstündigen Schulung von Allgemeinmedizinerin Zuhal Kundakçi aus dem Hausarztzentrum Butendorf über die Erkrankung und ihre Symptome, die verschiedenen Impfstoffe, die Impfung selbst und über die organisatorischen Abläufe dahinter informiert. Die Hausärztin betonte, dass das Corona-Virus nicht unterschätzt werden dürfe: „Wir müssen Vorurteile abbauen. Es ist keine klassische Erkältung, sondern löst vielmehr aus.“ 

Das Virus sei höchst ansteckend und auch wenn 80 Prozent der Erkrankungen mild bis moderat verlaufen, stirbt bei schwererkrankten hospitalisierten Patienten jeder fünfte. „Es gibt schließlich keine spezielle Therapie für die Erkrankung, kein Medikament, das diese heilt – schwer erkrankte Personen können immer nur symptomatisch behandelt werden“, erklärt Kundakçi. 

Der wirksamste Schutz vor einem schweren Verlauf der Erkrankung sei deshalb die Impfung. Doch keine andere Impfung ist so stark diskutiert worden wie bei COVID-19. In den Gesprächen merke man: Die Menschen haben Fragen, sind häufig verunsichert. Die Diskussion über verschiedene Impfstoffe in den Medien habe dies noch verstärkt. Hier sollen die Impflotsen ansetzen und aufklären. Dabei hat die Medizinerin Verständnis für die Sorgen: „Ich verstehe die Ängste und respektiere diese auch – aber es gibt keinen anderen Weg zurück in ein normales Leben. Denn jeder, der sich impfen lässt, leistet seinen Beitrag zur Überwindung der Pandemie.“ Häufig werden Argumente gegen eine Impfung angeführt, die wissenschaftlich haltlos sind. „Hier empfehle ich, die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (StiKo) als Orientierung zu nehmen, diese sind unabhängig, haben keinen politischen oder wirtschaftlichen Hintergrund“, betont die Hausärztin. Auch über die Impfreaktionen und Nebenwirkungen, die bei jeder Impfung auftreten können, wird viel gesprochen. Kundakci: „Eine Immunantwort ist gewünscht. Eine Impfung ist nicht mehr als ein künstlich erzeugter Kontakt mit einem Virus, der eine Reaktion des Körpers hervorruft.“ 

Und auch wenn es derzeit wenig verfügbaren Impfstoff gäbe, sollen sich Impfwillige nicht entmutigen lassen: „Jeder der sich impfen lassen möchte, sollte sich bei seinem Arzt melden.“ Denn auch wenn oftmals nicht unmittelbar geimpft werden kann, werden in den Praxen Listen geführt. Wie viel in den Praxen verimpft werden kann, hängt jedoch an der Impfstoffmenge, die wöchentlich geliefert wird. „Wie viele Dosen eine Praxis bekommt, entscheidet sich immer recht kurzfristig“, so die Ärztin. Eine weitere kleine Hürde: der hohe bürokratische Aufwand für Ärzte und Patienten. „Die mit der Impfung verbundene Bürokratie macht allen Beteiligten das Leben unnötig schwer“, kritisiert sie. Denn für den ersehnten Pieks mit dem Corona-Impfstoff sind mehrere Impfdokumente notwendig: Aufklärungs-, Anamnese- und Einwilligungsbogen müssen bei jeder Impfung ausgefüllt werden – hinzu kommen Ausweisdokumente, Impfausweis, Krankenkassenkarte oder weitere medizinische Unterlagen. „Viele Patienten können das gar nicht alles lesen oder ausfüllen – das stellt vor allem Hochaltrige oder Menschen, die nicht gut Deutsch sprechen, vor eine Herausforderung“, erklärt die Ärztin. Hier wird häufig Unterstützung benötigt. 

Das Projekt „Impflotsen“ wurde von den Gladbecker Ärzten Dr. Gregor Nagel und Zuhal Kundakçi angestoßen und wird nun durch die Stadt Gladbeck organisiert. Es ist Teil der städtischen Impfkampagne, die mit Flyern, Plakaten, Bannern und Lautsprecherdurchsagen die Impfbereitschaft in Gladbeck weiter zu steigern, damit möglichst viele Gladbeckerinnen und Gladbecker sich und ihre Familien durch eine Impfung zu schützen. Als Impflotsen haben sich Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen mit und ohne Migrationshintergrund dazu bereit erklärt, als Multiplikatoren die Bürgerinnen und Bürger anzusprechen und aufzuklären. Unter ihnen sind Interessierte mit verschiedenen Sprachkenntnissen, wie albanisch, arabisch, türkisch, polnisch oder bulgarisch. Das Engagement der Impflotsen sei dabei eine unglaubliche Hilfe und eine wichtige Aufgabe, um sprachübergreifend zu informieren. „Denn nur durch fortschreitende Impfungen gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Normalität“, so die Bürgermeisterin.

Beginndatum
07.06.2021


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